Schwerspat

Schwerspat:

Ein Industriezweig, der im 19. Jh. für Partenstein große Bedeutung erlangte, war die Förderung von Schwerspat, auch Baryt genannt, ein Bariumsulfat.

 

Das Schaubild zeigt einen Bergmann mit Hammer und Meißel bei der Arbeit

 

Das abgebaute Baryt wurde über Tage zumeist durch Frauen von den Verunreinigungen befreit, in Brocken oder fein gemahlen verschickt. Entweder vom Bahnhof Partenstein oder per Schiffstransport auf dem Main von Lohr aus.

Der Verwendungszweck ist vielfältig: zu Industriefarben, Malerfarben, Fußböden, Fotopapier, in der Medizin als Röntgenkontrastmittel und im Strahlenschutz sowie zur Herstellung großer Gewichte.

Als im Jahre 1948 ein Blitz in den Förderturm einschlug, wurde der Abbau in Partenstein aus Rentabilitätsgründen eingestellt. Heute kommt der Schwerspat u. a. aus China.

 

Vom Museum aus geht ein Rundwanderweg zu den verschiedenen Einrichtungen, wo anhand von Beschreibungen noch einmal bildlich die Abläufe des Gewinnungsprozesses erläutert werden.

Der Weg führt ca.3 km lang, durch das Schnepfental, vorbei am Verladebunker, zu der ehemaligen Förderanlage Marienschacht, und von dort zurück zum Ausgangspunkt.

 

Die Burg „Bartenstein“:

 

Die Zeichnung von 1600 zeigt die zwischen Mainz und Hanau aufgeteilte Burg; auf der Dorfseite der Hanauische Bau. Viele Jahre lagen die Zeugnisse der Vergangenheit unter der Erde. Die bei Ausgrabungen seit 2003 gefundene Relikte – meist Scherben – zeichnen ein Bild von dem täglichen Alltag auf einer Burg, der dann auch nachvollzogen werden kann.

Burg bedeutete Macht, Einfluss, Schutz der Reisenden, Überwachung und Erhaltung der Verkehrswege, Gerichtsbarkeit und Einkünfte. Für Partenstein war vor allem wichtig, die Wege im Spessart zu sichern. Die beengten, schwer zu heizenden Räumlichkeiten wurden mehr und mehr zu Gunsten der Schlösser aufgegeben, zumal mit der Erfindung des Schießpulvers die geografischen Vorteile an Bedeutung verloren.

 

Das Burgmodell wurde im Jahr 1983 nach dem Stich von 1623 geschaffen und dokumentiert anschaulich die Enge und kompakte Struktur, die zu Verteidigungszwecken notwendig war.

Die Zeit war geprägt von Kriegen und Fehden, die auch an Partenstein nicht spurlos vorübergingen.

 

Die Volkskundliche Sammlung „Ahler Kråm“ will einen kurzen Einblick in den Alltag der Partensteiner vermitteln und soll dazu beitragen, die „gute alte Zeit“ besser kennen zu lernen.

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