Partenstein

Partenstein – seine bewegte Geschichte

Vermutlich um 1180 errichteten die Grafen von Rieneck auf dem heutigen Schloßberg von Partenstein eine Burg zur Ausübung der Jagd und zur Sicherung der Straße zwischen Lohrtal und Birkenhainer Landstraße.

Die erste urkundliche Erwähnung Partensteins stammt aus dem Jahre 1233, als sich der Rienecker Graf Ludwig II. mit dem Stift Aschaffenburg um die Erweiterung des Dorfes streitet.

Durch einen Heiratsvertrag des Rienecker Grafen Ludwig III., den er für seine Tochter Elisabeth mit Ulrich von Hanau abschloss, ergab sich ab 1339 eine Gemeinschaftsherrschaft von Mainz und Hanau für Burg und Dorf.

1344 wurde Partenstein erstmals urkundlich als Pfarrei erwähnt, obwohl der Ort bereits viel früher Pfarrei geworden war. Die erste Kirche war eine Kapelle in der Burg. Ein silbernes Glöcklein davon hängt heute in der Evangelischen Kirche.
In der schon lange vorher gebauten Kirche wurde 1471 der Hochaltar u.a. zu Ehren Johannes des Täufers geweiht. Vermutlich stammt aus ihr der heutigen Katholischen Kirche wertvollstes Kleinod, eine spätgotische Monstranz.

Zur Zeit der Rienecker und auch danach waren Partenstein einige weitere Gemeinden zugeordnet. Diese Mittelpunktstellung wird im Jahre 1500 mit der Verleihung der Marktrechte ausgebaut.

Danach entstehen mit zwei Glashütten die ersten Gewerbebetriebe. 1553 hat das Dorf 450 Einwohner.

1559 stirbt die Grafschaft Rieneck aus und dieser Teil Partensteins fällt an Mainz zurück.

Nach Reformation und Gegenreformation bleibt der Hanauer Teil des Orts evangelisch und der Mainzer Teil wird wieder katholisch.

Die Mittelpunktfunktion des Ortes schwindet in dem Maße, in dem Mainz und Hanau benachbarte Orte (Lohr, Frammersbach und Lohrhaupten) zu neuen Verwaltungszentren ausbauen.

Die Burg wird nach der Zerstörung durch die Schweden (1631) nicht wieder aufgebaut, sondern dient den Bürgern vielmehr als Steinbruch.

1684 wird die Doppelherrschaft von Hanau und Mainz aufgehoben. Das Amt Partenstein geht im Mainzer Oberamt Lohr auf.

Der Ort sinkt in ein bescheidenes Leben zurück und die Burg zerfällt. Nicht einmal im Dorfbild findet sich eine Erinnerung an die frühere Bedeutung.

Aus der Zeit der doppelten Herrschaft bleibt nur die doppelte Konfession mit zwei Kirchen und konfessionsgetrennten Schulen (bis 1967) und vielen anderen damit verbundenen Problemen.

1803 wird Partenstein dem Fürstentum Aschaffenburg zugeteilt und nach einer kurzen Zeit (1810 – 1813) beim Großherzogtum Frankfurt im Jahre 1814 bayrisch.

Nach mehr als zwei Jahrhunderten der großen Armut entwickelt sich durch den Bau der „Ludwigs-Westbahn“ (1854) ein bescheidener Wohlstand, denn neben der Beschäftigung in der Forstwirtschaft eröffnen sich nun auch in der Fremde gute Erwerbsquellen.

Mit dem Schwerspatabbau (1860) und drei Holzmühlen (1870) beginnt die Zeit der Industrialisierung.

Die Holz- und Schwerspatmühlen bieten der Bevölkerung ein zusätzliches Einkommen.

Nach einem Stillstand in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg entstehen durch die Schuhindustrie (1935 bis 1989) und die Holzverarbeitende Industrie (ab 1937) weitere Arbeitsplätze.

Nach der Währungsreform 1948 kommt auch für Partenstein ein ungeheurer Aufschwung mit bis zu über 300 Arbeitsplätzen und die Gemeinde kann sich dank guter Einnahmen hervorragend entwickeln.

Heute ist Partenstein ein lebens- und liebenswerter Ort mit angemessener Infrastruktur und einer gut funktionierenden Dorfgemeinschaft.